Judo an der Waterkant - Wanzleber Kämpfer holen Edelmetall an der Ostsee
Fotos: Wolff; Riediger; Scheer
Rostock/Wanzleben.

Bis an die Ostseeküste reisten am letzten April-Wochenende sechs Judo-Sportler des BSV Wanzleben, um an den Wettkämpfen des ISEO-Ostsee-Cup des JKC Rostock 2017 teilzunehmen.

Ausserhalb der vereinsinternen Wertung starteten in der u9 Arne Riediger und in der u11 Moritz Scheer. Beide Sportler waren jeweils mit der Familie auf Urlaub in der Gegend und liessen es sich nicht nehmen neben der Seeluft auch Turnierluft zu schnuppern. Arne und Moritz konnte die sehr starke Konkurrenz nicht abschrecken und bis auf einen Kampf entschieden beide alle Kämpfe für sich: eine tolle Leistung! Für Arne bedeutete das in seiner Gruppe mit Kampfmodus "Jeder gegen Jeden" den zweiten Platz. Moritz, der sich in einem Pool von 16 Starten behaupten musste, hat sich den dritten Platz hart verdient.

Für die Sportler der Altersklassen u15 und u18 ging es am Sonntag zur Sache. Von Trainer Roland Bernhardt war der Wettkampf als Vorbereitung für die anstehenden Landesmeisterschaften in der u15 angesetzt worden.

Emil Kottler, der in der Klasse bis 50 kg startete, stand zunächst einem hochgewachsenen Kontrahenten aus Wolgast gegenüber, der Emil gekonnt auf Abstand hielt, einen Angriff des Wanzlebers konterte und ihn besiegte. Unbeeindruckt von dieser Auftaktniederlage ging Emil seinen zweiten Kampf offensiv an und versuchte sehr schnell, sich in eine gute Wurfposition zu bringen. Als beide Atlethen gleichzeitig zu Boden gingen, verletzte er sich ziemlich schmerzhaft an der Hand. Nun hätten einige vielleicht aufgegeben. Kottler aber hatte seine Nehmerqualitäten schon auf anderen Matten gezeigt. Und auch hier in Rostock kämpfte er tapfer weiter. Leider hatte er seinen Rivalen jetzt nicht mehr viel entgegenzusetzen. Auch der dritte Kampf gegen einen Sportler vom UJKC Potsdam war bald zu Emils Ungunsten entschieden. Seine vorbildliche Wettkampfeinstellung verdient jedoch Lob und Anerkennung.

Bei den "schweren Jungs" (+66 kg) ließ sich Leonard Piliptsev in seiner ersten Begegnung zu schnell aus dem Konzept bringen. Oder hatte er seine Linie noch gar nicht gefunden? Jedenfalls wurde er für den späteren Turniersieger Linus von Briel aus Malchin zu einer leichten Beute und kassierte nach kurzer Kampfzeit Ippon. Nun ging es für Leonard darum, die nächste Auseinandersetzung für sich zu entscheiden, um sich eine Chance auf Platz zwei in diesem Dreier-Pool zu erhalten. Schon nach wenigen Sekunden griff er resolut an und erzielte Waza ari für O soto maki komi (großer Außendrehwurf). Zwei weitere Versuche mit derselben Technik blieben ohne Wertung, bevor Leonard mit einem einen sehr schönen Kosoto gari (kleine Außensichel) den Kampf für sich entscheiden und die Silbermedaille sichern konnte. So wie er sich hier präsentiert hat, wird Piliptsev bei den bevorstehenden Landesmeisterschaften zu engeren Favoritenkreis in der offenen Klasse gehören.

In drei regulären Kämpfen bis 66 kg ließ Armin Hoffmeister keinen Zweifel am hohen Fitnesslevel, das er sich in den vergangenen Monaten durch fleißiges Training erarbeitet hat. Vor allem konditionell allen Aufgaben eines harten Wettkampftages gewachsen, war Armin jederzeit zu schnellen Reaktionen und Kontern in der Lage, konnte auch beherzte Angriffe seiner Kontrahenten recht gut abwehren. Es sollte Armin aber noch besser gelingen, seine eigenen Techniken erfolgreich bis zur Wertung durchzuziehen. Nach einem gewonnenen und zwei verlorenen Kämpfen freute Hoffmeister sich über eine Bronzemedaille und legte in einem Freundschaftskampf gleich noch eine zusätzliche Übungseinheit ein. Künftig sollte er das Kampfgeschehen selbst noch aktiver bestimmen.

Mit einer soliden Gesamtleistung wies Kuno Wolff, einziger u18-Starter aus Wanzleben, erneut sein Leistungsvermögen nach. Er blieb ohne Niederlage und konnte nach fünf Siegen den Pokal des Turniersiegers in der Klasse bis 73 kg mit nach Hause nehmen. Dabei sah es zuerst gar nicht danach aus, als Wolff nämlich in der ersten Auseinandersetzung vom Schweriner Wiek mit Seoi nage (Schulterwurf) auf Waza ari geworfen wurde. Wiek hatte einen von Kunos Angriffen geschickt gekontert. Wolff nahm nun sein Kämpferherz in die Hand, griff nun noch ernsthafter an und konnte schließlich mit Uchi Mata (Schenkelwurf) punkten. Nach drei weiteren Ippon-Siegen stand Kuno im Finale dem Berliner Joshua Mietschke gegenüber, der die Begegnung sofort mit einer Serie von Angriffen gegen Kunos Hüfte eröffnete. Diese konnte Kuno mit einem sehenswerten Ura nage (Rückwurf) parieren, was vom Kampfrichter mit Waza ari belohnt wurde. Anschließend brauchte der Wanzleber nur wenige Versuche, um eine weitere Wertung zu erzielen. Der Sieg durch Ippon nach Uchi mata war geschafft.

Mit ihrem Auftritt auf der weit entfernten Matte in Rostock haben die Jungs vom BSV Sportsgeist gezeigt und den Willen, ihre gute Entwicklung der letzten Wochen fortzusetzen. Hoffen wir, dass sich die Mühen auch bei den Meisterschaften auszahlen. Den Zugewinn an Erfahrung, der nur im Wettkampf zu erlangen ist, können alle Teilnehmer mit nach Hause nehmen. Für Trainer und Betreuer war dies ein rundum gelungener Wettkampftag.

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Schmerzhaft – Dieser so genannte Schärpenhaltegriff (Kesa gatame) von Kuno Wolff zwang Halbfinal-Gegner Jandrik Sachan (TS Einfeld) zur Aufgabe durch Abklopfen.

Zu den Ergebnissen geht es hier und weitere Bilder findet ihr in der Galerie.